Heldentaten im Hochwasser: Salzgitter ehrt 461 Retter des Jahres!

Heldentaten im Hochwasser: Salzgitter ehrt 461 Retter des Jahres!
Im Juni 2023 erlebte die Region eine Solidaritätswelle, als Oberbürgermeister Frank Klingebiel 461 ehrenamtliche Dienstleister von Freiwilligen Feuerwehren und Hilfsorganisationen in Salzgitter-Lebenstedt mit Hochwasser-Ehrennadeln des Landes Niedersachsen auszeichnete. Klingebiel würdigte den mutigen Einsatz dieser Frauen und Männer, die in einer dramatischen Notsituation rasch und effizient Hochwasserschutzmaßnahmen zur Bewahrung der Bevölkerung ergriffen.[Salzgitter.de] Dieser Einsatz fand in der Hauptfeuerwache der Stadt statt und verdeutlichte das Vertrauen, das die Gemeinschaft in ihre Einsatzkräfte setzt.
Wie ein weiterer Bericht zeigt, sind Hochwasser heutzutage weit mehr als nur ein regionales Problem. Laut einer Analyse sind Hochwasser weltweit die häufigsten Naturkatastrophen, die seit dem Jahr 2000 nahezu 37 Prozent aller Naturkatastrophen ausmachen.[Statista] Diese Entwicklung hat auch die Einsatzkräfte vor enorme Herausforderungen gestellt. Während sie noch im Juni 2023 für den Hochwasserschutz gefordert waren, zeigen sich die Auswirkungen solcher Wetterereignisse bereits wieder im Weihnachtshochwasser 2023/2024, welches die Gefahren von Starkregen noch einmal verdeutlichte. Außerdem betonte Feuerwehrdezernent Eric Neiseke, dass die Einheiten gut aufgestellt sind, um in zukünftigen Einsatzlagen schnelle und effektive Hilfe zu leisten.
Die Realität der Hochwasserzeiten
Aber was bringt die Zukunft? Immer mehr Bürger:innen müssen sich auf die Realität einstellen, dass Niederschlag, der einst als normal galt, immer häufiger zu Hochwasser führen kann. Eine wärmere Atmosphäre kann mehr Wasser halten, was erhöhte Niederschlagsmengen und häufigere Starkregenereignisse zur Folge hat. Besonders betroffen ist der Raum entlang des Rheins, wo 400.000 Menschen in den kommenden Jahren von Hochwasser bedroht sind.[Statista] Die Zerstörung natürlicher Überschwemmungsgebiete sowie die Versiegelung vieler Flächen führen zusätzlich dazu, dass Wasser nicht mehr schnell genug abfließen kann.
Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist die Hochwasserkatastrophe von 2021, bei der zwischen dem 12. und 19. Juli extreme Niederschläge Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen trafen. Über 240 Liter Regen pro Quadratmeter registrierten Meteorologen am 14. Juli – eine Menge, die normalerweise im gesamten Juli in den Flussregionen weniger als 100 Liter betragen sollte. Der Schaden, den diese Ereignisse anrichteten, übertraf alle früheren Hochwasserereignisse und führte im September 2021 zu einem Aufbaufonds von 30 Milliarden Euro, um den betroffenen Regionen zu helfen. Doch der Wiederaufbau stockt, unter anderem wegen bürokratischer Hürden.[Statista] Dies stellt die Frage, ob wir aus der Vergangenheit gelernt haben oder ob die Gefahren durch Hochwasser weiterhin ignoriert werden.
Ein Blick in die Zukunft
Die Hochwasserereignisse zeigen eindrücklich die Verwundbarkeit unserer Gesellschaft gegenüber extremen Wetterlagen. Ein fester Plan für den Ausbau des Hochwasserschutzes sowie die Berücksichtigung natürlicher Rückhalteräume sind dringender notwendig denn je. „Wir müssen ein gutes Händchen haben und mit natürlichem Hochwasserschutz die Risiken minimieren“, forderte Eric Neiseke.[Salzgitter.de] Wenn wir die Natur respektieren und geeignete Maßnahmen ergreifen, haben wir die Chance, die Gefahren von Hochwassern zu verringern, sodass ehrenamtliche Einsatzkräfte in Zukunft zwar bereit stehen müssen, aber weniger häufig zur schweren Schadensbewältigung gerufen werden.
Das Augenmerk der Gemeinschaft sollte darauf liegen, die Schutzmaßnahmen zu verstärken, damit die Einsatzkräfte auch in Zukunft leistungsfähig bleiben und auf alle Eventualitäten vorbereitet sind.