Fähre Tanja bleibt liegen: Brückenpläne endgültig gescheitert!

Fähre Tanja bleibt liegen: Brückenpläne endgültig gescheitert!
Die Elbe bringt nicht nur malerische Ausblicke, sondern auch große Herausforderungen mit sich. Die Fähre „Tanja“, die täglich zwischen Darchau und Neu Darchau verkehrt, könnte ein Lied davon singen. Seit nunmehr 50 Tagen ist sie außer Betrieb, und das hat sich für die Anwohner und Pendler bitterlich ausgewirkt. Der Grund: zu wenig Wasser, wodurch die Fahrt der Fähre unmöglich wird. Betriebsleiter Andreas Dau zeigt sich verzweifelt über die ungewisse Dauer dieser Situation, während die sieben Fährleute derzeit in Kurzarbeit sind. „Tanja“, die schon stolze 65 Jahre alt ist, befindet sich zurzeit in der Werft, um Antriebsschäden zu beheben, die durch Grundberührungen verursacht wurden.
Die Betreiber und Anwohner haben die Nase voll von dieser untragbaren Situation. Täglich queren rund 500 Kraftfahrzeuge und 300 Menschen mit Jahreskarten die Elbe mit der Fähre. Umso mehr drängt die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg auf eine dauerhafte Lösung für die Elbquerung. IHKLW-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert spricht von einem Infrastrukturdefizit in der Region und fordert daher eine feste Elbquerung. Als vorübergehende Lösung steht die Fähre „Amt Neuhaus“ zwischen Bleckede und Neu Bleckede bereit, doch das scheint kaum ein adäquater Ersatz zu sein.
Die Brücke, die nicht kommt
Zusätzlich hat die lokale Politik eine weitere Baustelle. Eine geplante Ponton-Brücke zwischen Darchau und Neu Darchau wird nicht realisiert. Bürgermeister Andreas Gehrke (CDU) hatte diese als Übergangslösung angeregt, nachdem er die Situation vom Technischen Hilfswerk begutachten ließ. Man stellte jedoch fest, dass die provisorische Brücke einen sechsstelligen Betrag kosten würde – ein Preis, den man nicht bereit war zu zahlen. Zudem blieb unklar, wer die Kosten für den Bau hätte tragen sollen. Bei einem Gespräch in der Sporthalle waren zwei Staatssekretäre anwesend, während Ministerpräsident Lies kurzerhand absagte.
Die Landesregierung hat sich entschieden, nicht in eine Brücke zu investieren, sondern ein verbessertes Fährkonzept in Erwägung zu ziehen. Es gibt Überlegungen, eine neue Fähre mit einem um 40 cm reduzierten Tiefgang zu beschaffen, was allerdings etwa 8 Millionen Euro kosten würde. Die geplante feste Querung zwischen Neu Darchau und Darchau würde mit über 90 Millionen Euro zu Buche schlagen – eine Summe, die nicht locker sitzt, besonders in den aktuellen wirtschaftlichen Zeiten.
Ein Blick in die Zukunft
In diesem Zusammenhang wird auch auf die notwenige Neubewertung der Schifffahrt auf der Elbe hingewiesen. Ulrich Petschow, Umweltökonom, fordert eine Überprüfung der vor zehn Jahren formulierten Ziele der Initiative zur Elbe. Er erinnert daran, dass die ursprüngliche Datengrundlage für Maßnahmen zur Verringerung von Eintiefungen längst nicht mehr aktuellen Bedingungen entspricht. Die Elbe könnte nicht nur als Transportweg dienen, sondern auch als eine wertvolle ökologische Nische verstärkt betrachtet werden.
All diese Faktoren führen dazu, dass die betroffenen Regionen in Norddeutschland dringend Lösungen benötigen, um die bestehende Infrastruktur zu entlasten und den Bedürfnissen der Anwohner gerecht zu werden. Bleibt zu hoffen, dass sich die zuständigen Stellen besinnen und schnellstmöglich an einem Strang ziehen, um eine wiederkehrende und tragfähige Lösung zu finden. Der Fluss der Zeit muss schließlich auch gewürdigt werden.
Weitere Informationen sind zu finden auf den Seiten von NDR, T-Online und MDR.